Heimatliebe

Spreepark Berlin – eine Reise in längst vergangene Zeiten

Ein warmer Sommerwind weht, man hört ein lautes Quietschen, das Riesenrad setzt sich in Bewegung – eine Reise in längst vergangene Zeiten. Wir können erahnen, wo einst Kinder ihr Eis kauften und wo sie nass und laut lachend aus der Wasserbahn stiegen.

Nach 32 Jahren Betrieb und einigen Namenswechseln schloss der Spreepark im Jahr 2001 endgültig seine Pforten für die Besucher. Seitdem ranken sich viele Geschichten und Gerüchte um die ehemaligen Besitzer und möglichen Gründe für die Schließung des Parks. Der geheimnisvolle Park zieht viele Abenteuerlustige an. Dies liegt bestimmt nicht nur an den heruntergekommenen Fahrgeschäften. Auch die Geschichten um das Auswandern der Betreiber nach Peru, einen geplanten Goldschmuggel, die Eröffnung eines neuen Parks in Peru und gescheiterten Drogenhandel halten die Erzählungen und Erinnerungen an den Freizeitpark am Leben. Bei mir steht dieser Lost Place schon eine ganze Weile auf meiner To-do-Liste für Berlin. Den Besuch meines Bruders habe ich dann als Anlass genommen, endlich auf Entdeckungstour zu gehen.

Seit 2016 liegt der Park unter der Verwaltung von Gruen Berlin GmbH. Diese bieten auch Führungen an. Die Verlockung war groß, den Park auf eigene Faust zu erkunden. Die Vernunft hat aber gesiegt und so haben wir den Park mit einer Tour besichtigt. Zwar konnten wir so nur eine bestimmte Zeit auf dem Gelände sein und uns nicht frei bewegen, jedoch ist der Spreepark streng bewacht und eingezäunt, was eine selbstständige Entdeckungstour sehr schwer macht. Abgesehen davon bekommt man im Rahmen der Tour viele interessante Informationen zu einzelnen Fahrgeschäften, dem Park im Allgemeinen und seiner Zukunft.

Bis Ende des Jahres 2017 wird entschieden, wie es mit dem Gelände weitergehen soll. Die Fahrgeschäfte sind seit Jahren der Witterung ausgesetzt und einzelne Teile wurden leider bereits „entführt“. Deshalb muss eine Entscheidung über den Park her. Mithilfe einer Bürgerinitiative wurden Vorschläge für die Zukunft des Geländes gesammelt. Voraussichtlich soll der Park teilweise restauriert werden, das Riesenrad wiederbelebt werden und das Gelände unter Einbeziehung der Kreativszene zu neuem Leben erwachen.

Die Tour hat sich auf jeden Fall gelohnt! Schon von außen, hinter dem hohen Zaun, konnten wir das Riesenrad sehen. Dies war nur ein Vorgeschmack auf all das, was wir während der Tour noch zu sehen bekommen haben. Wir hatten seinen supernetten und kompetenten Guide und zwei Aufpasser, welche geschaut haben, dass niemand „verloren“ geht. Während der eineinhalb Stunden haben wir viele Ecken des 23 Hektar großen Geländes erkundet, interessante Fakten gehört, das Riesenrad von jeder Seite gesehen und sehr viele Fotos gemacht.

Buchen könnt ihr die Tour hier.

 

 

5 thoughts on “Spreepark Berlin – eine Reise in längst vergangene Zeiten”

  1. Ach wie krass – da wollte ich auch auf jeden Fall noch mal vorbeischauen! So ein mysteriöser Ort…direkt in Berlin!
    Sehr schade, dass sie den Park einfach verkommen lassen und die Fläche auch nicht mehr für etwas Neues genutzt wird…

    Liebe Grüße
    Clara

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