Auszeit nach dem Abitur: Aupair in Belgien

Auch ich habe 2012 mein Abitur gemacht und bin ins Ausland gegangen. Dass ich nicht gleich studieren werde, war für mich eigentlich immer schon klar. Was ich stattdessen mache, habe ich allerdings erst zwei Wochen vor Beginn meiner Aupair-Zeit entschieden.

Wie heute auch noch, hatte ich auch damals viele Ideen, was ich alles machen könnte. Von Volunteering an einer Schule auf La Réunion bis Backpacking durch Südostasien mit Joyce war alles dabei. Aber wie oft im Leben, war es auch bei mir nach dem Abi so, dass wenn man sich nicht kümmert auch nichts passiert. Und so ist nichts passiert. Nach dem Abiball ist Joyce erstmal für 3 Monate nach Mallorca als Animateurin gereist und ich habe meinen Ferienjob bei Aldi im Lager angefangen. Im Anschluss an meine sechs Wochen Ferienjob war noch ein großer Familienurlaub im August geplant. Das war dann auch der letzte Plan für den Rest meines Lebens …

… ein bisschen aus Neugierde und ein bisschen aus Langeweile habe ich mich dann auf AuPairWorld angemeldet. Das ist eine Plattform, welche es Aupairs und Gastfamilien ermöglicht, ohne eine Agentur dazwischen direkt in Kontakt zu treten. So habe ich also, ohne mir wirklich viel zu überlegen, ein Profil angelegt und dann ging alles ganz schnell. Nach nur zwei Skypegesprächen hatte ich eine Zusage für Brüssel und bin zwei Wochen später mit einem 32 kg schweren Koffer und einem aufgeregten Gefühl in den Zug nach Brüssel gestiegen.

Und so bin ich also Aupair von drei Kiddies geworden. Neben meinen Aufgaben als Aupair bin ich zusätzlich in die Sprachschule (Alliance française) gegangen. Auch wenn Brüssel keine typische Aupair-Stadt ist und ich deshalb auch anfangs Schwierigkeiten hatte Anschluss zu finden, hat die Stadt einiges zu bieten. Der Vorteil ist es, dass man als Aupair in Belgien maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten darf und verglichen mit anderen EU-Ländern auch ganz gut verdient. Außerdem ist die Stadt einfach nur toll. Dazu wird es aber bestimmt noch extra Beiträge auf dem Blog geben.

Wie war mein Leben als Aupair?

Morgens bin ich mit den Kindern aufgestanden und habe die Kleinste in die Schule gebracht. Danach hatte ich sehr lange frei. In dieser Zeit war ich zwei Mal pro Woche in der Sprachschule, habe viel Sport gemacht, gebacken und für den Abend vorgekocht. Nachmittags habe ich dann die jüngste Tochter wieder von der Schule abgeholt und wir haben zu Hause die Hausaufgaben erledigt und noch ein bisschen gespielt. Nach dem Abendessen mit den Kindern hatte ich dann in der Regel wieder frei.

Auch wenn ich viel Freizeit hatte, war es ein bisschen das Leben im goldenen Käfig. Als Aupair und somit „Teil einer fremden Familie“ habe ich mich anders verhalten als bei meinen Eltern zu Hause. Zwar habe ich mich bei meiner Gastfamilie sehr wohl gefühlt, jedoch ist es nicht das Gleiche. Ich wusste oft nichts mit mir und meiner Zeit anzufangen, habe zum Beispiel eine ganze Sofadecke gehäkelt und so viel gegessen, dass ich mit einigen Kilos mehr nach Hause gekommen bin …

Mein Fazit

Es war für mich ein Jahr voller Höhen und Tiefen, mit vielen ganz besonderen Momenten und Menschen, neuen Bekanntschaften und Erfahrungen, unzähligen Tassen Tee und natürlich der ein oder anderen Reise! Rückblickend gebe ich euch noch mein Fazit:

Nachteile

  • Man muss sich sehr gut mit seiner Gastfamilie verstehen, da man mit dieser Familie unter einem Dach wohnen wird.
  • Ich habe mich immer in einer Vorbildrolle gefühlt und mich dadurch manchmal selber eingeschränkt.
  • Aupair-Kinder können sehr anstrengend sein.

Vorteile

  • Es ist eine super Möglichkeit eine fremde Kultur und Sprache zu lernen.
  • Und natürlich lernt man auch sich selber besser kennen!
  • Im Gegenteil zu beispielsweise Work and Travel ist man als Aupair an einem Ort und nicht ganz auf sich alleingestellt.
  • Man muss davor nicht sehr viel Geld sparen, da man ein Taschengeld von der Aupairfamilie bekommt.
  • Wenn alles gut läuft, hat man danach eine zweite Familie und ein zweites Zuhause, an das man immer zurück gehen kann.
  • Es ist das Leben im Ausland und es sind die unzähligen kleinen und wundervollen Momente mit den Kindern, die das Aupair-Leben toll machen!

  • Anikas Beitrag zu ihrem Auslandsjahr in Kanada findet ihr hier.

Brüssel Häuser

Halloween backen

Aupair Halloween

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